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Veröffentlicht am 08. June 2015

Wo Existenzangst zunimmt, verschärft sich das soziale Klima

Concept social

Nationale Armutskonferenz warnt anlässlich des Welttages der Sozialen Gerechtigkeit vor einer zunehmenden Spaltung der Bevölkerung in Deutschland. Die gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland bewegen sich immer weiter auseinander und begegnen sich kaum mehr. Die Nationale Armutskonferenz (nak) fordert anlässlich des Welttages der Sozialen Gerechtigkeit am Freitag (20. Februar), sich keinesfalls mit der Ausgrenzung von Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben zu arrangieren.

Die Spur der Chancengerechtigkeit verliere sich in Deutschland, sagt nak-Sprecher Dr. Frank Joh. Hensel. Längst sei klar, dass die Möglichkeiten auf ein gesundes Aufwachsen und talentgerechte Bildung von frühester Kindheit an immer ungleicher würden. Die Spaltung der Gesellschaft zeigt sich auch angesichts der Vermögensverhältnisse: So verfügen die fünf reichsten Bürger Deutschlands zusammen über 101 Milliarden Euro und damit über genauso viel wie 40 Prozent der deutschen Bevölkerung, 32 Millionen Menschen. „Es sind immer mehr Menschen von Armut bedroht. Wo aber Existenzangst zunimmt, da verschärft sich das soziale Klima“, so Hensel.

Existenzangst und Aussichtlosigkeit vor dem Hintergrund ganz offensichtlicher Ungerechtigkeiten kann zur Abkehr vom politischen System und bis in den Extremismus führen, warnt Hensel, der auch Direktor des Kölner Diözesan-Caritasverbandes ist. „Eine Ahnung davon erhalten wir in der zunehmend unverhohlenen Feindlichkeit einiger Gruppierungen gegenüber der Demokratie, Religionen oder Flüchtlingen.“

Hensel: „Was diese Gesellschaft braucht, ist eine breite Bewegung gegen die Prekarisierung, um den abgehängten Menschen ihre quälende Unsicherheit zu nehmen.“ Das bedeute konkret: Der Regelsatz von Hartz IV müsse auf den Prüfstand. Genauso müsse es eine Kindergrundsicherung geben. Hensel: „Wenn wir uns nicht schleunigst darum kümmern, erleben wir einen kompletten Rückzug der Armen und Ausgegrenzten aus dem öffentlichen Leben. Sei es aus Scham oder aus Resignation und Frust. Nur wer sich zugehörig fühlt, von dem kann auch erwartet werden, dass er unseren Staat und unsere Gesellschaft mitträgt und mitgestaltet.“


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