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Veröffentlicht am 14. June 2015

Empört Euch

Concept social

Uns wird gesagt, der Staat könne die Kosten der von unseren Müttern und Vätern erkämpften sozialen Errungenschaften nicht mehr tragen. Wie kann das sein? Der Wohlstand ist doch so viel größer als in den vergangenen Jahrzehnten. Noch nie war der Abstand zwischen den Ärmsten und den Reichsten so groß. Das ist bekannt, doch sollen wir das so hinnehmen?

Die schlimme Gleichgültigkeit

Es ist nicht leicht, zwischen all den Einflüssen zu unterscheiden, denen wir ausgesetzt sind. Wir haben es nicht mit einer kleinen Oberschicht zu tun, deren Treiben wir ohne weiteres verstehen. In Deutschland und Europa und darüber hinaus haben wir politische Mehrheiten, die dafür sorgen, dass die weit geöffnete Schere zwischen ganz arm und ganz reich sich immer weiter auftut. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich diese Kluft weiter vertieft, engagieren wir uns.

Ein gleichgültiger Mensch hat keine oder versagt sich seine eigene Meinung, meist aus einer gewissen Bequemlichkeit heraus. Sicher hat das auch mit einer oft grundlosen Angst vor Veränderungen zu tun. Dieses “Ohne mich „ist wohl das Schlimmste, was man sich und der Welt antun kann.

Politiker, Banken und Spekulanten treiben unsere Gesellschaft in den Ruin. Es ist unfassbar, so ist es nachzulesen in dem Buch “Die geplünderte Republik” von Thomas Wieczorek. Milliardensummen werden in das wankende Finanzsystem gepumpt, aberwitzige Beträge für Wirtschaftshilfen und Steuergeschenke bereitgestellt - und die Schuldigen an der Krise machen einfach weiter wie bisher. Gleichzeitig brechen immer mehr Arbeitsplätze weg, den Kommunen fehlt es am Nötigsten und immer mehr Bürger rutschen in die Pleite. Selbst unsere Kinder und Kindeskinder werden noch für die Gier der Banker und die Unfähigkeit willfähriger Politikerinnen und Politiker zahlen müssen.

Man wagt uns zu sagen, für soziale Errungenschaften sei kein Geld mehr da. Wie kann das sein?

Nicht jammern!

Natürlich ist uns nach Jammern zu Mute, bisweilen packt uns die Wut und dann ist da noch die Angst. Angst vor Sanktionen, Angst davor, dass das Amt die Miete nicht mehr bezahlt. Die Angst, jemand könnte uns sehen, wenn wir zur Tafel gehen um uns die Wochenration abgelaufener Lebensmittel abzuholen.

Aber kaum jemand sagt: ”Jetzt ist es aber mal genug”.

Wir wollen nicht mehr mit vergammelten Lebensmitteln von der Tafel abgespeist werden! Wir wollen nicht sanktioniert werden und  uns nicht mehr wie Kinder behandeln lassen.
Es macht wütend, mitzuerleben, wie erwachsene Menschen sich runter buttern lassen, wie sie leichtfertig auf ihre Rechte verzichten.

Eine Vielzahl der Bescheide vom Jobcenter oder vom Amt für Grundsicherung sind falsch doch Widerspruch und Klage erheben wollen dennoch die Wenigsten weil sie zum einen die Fehler nicht erkennen andererseits dann aber häufig Angst vor Repressalien haben.

 

Wehrt Euch, empört Euch!

wir alle sind aufgerufen, unsere Gesellschaft so zu verändern, dass wir stolz sein können: Nicht diese Gesellschaft, der in die Illegalität Gedrängten, der Abschiebungen, des Misstrauens, in der die Sicherung im Alter, die Sozialleistungen brüchig geworden sind, in der die Reichen die Medien beherrschen - nichts davon dürfen wir zulassen!

Stéphane Hessel

 

 

 


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