Beratung und Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen

Wir helfen bei Differenzen mit den Jobcentern, noch nach über zehn Jahren Hartz IV sind eine Vielzahl der Bescheide falsch. Leider arbeiten aber auch andere Behörden oft nicht im Sinne der Bürger, von einem barrierefreien Zugang zu Leistungen auf die Menschen ein Anrecht in unserem Land haben, sind wir weit entfernt.

Der richtige und ziel-orientierte Umgang mit Ämtern und Behörden ist für viele Menschen eine schwierige und oft angstauslösende Handlung. Sie befürchten Fehler zu machen, die zu ihrem Nachteil gereichen. Das ist kein Wunder bei der Vielzahl von Behördenpost, die wir im Leben erhalten und die nicht selten in einer Sprache abgefasst ist, die entweder einen drohenden Ton enthält oder unverständlich ist. Wir kennen viele Menschen, die Ämter- und Behördenpost aus diesem Grunde ungeöffnet sammeln. Dadurch werden Termine nicht eingehalten und Sanktionen ausgelöst, die dann nicht oder sehr schwer rückgängig zu machen sind. Dabei ist die Vorsprache bei einem Amt oder einer Behörde sehr einfach, wenn die richtige Kommunikation eingehalten wird. Ganz gleichgültig, ob Sie einen unfreundlichen Brief erhalten haben, bleiben Sie selbst immer freundlich aber bestimmt und ziel-orientiert. Handelt es sich um ein juristisches Problem, sollten Sie einen Rechtsanwalt um Rat fragen oder diesen per Vollmacht mit der Beantwortung einer Anfrage oder eines Vorhaltes beauftragen. Häufig ist aber eine Kommunikationsschwäche der Auslöser Ihrer Unsicherheit oder Angst. Dann nehmen Sie zur Vorsprache bei einem Amt oder einer Behörde einfach eine unbeteiligte Person Ihres Vertrauens mit. Das gibt Ihnen Sicherheit und die meisten Probleme werden gelöst.

Wir helfen! Durch unseren integrativen Ansatz gelingt es uns, den Betroffenen das nötige Selbstbewusstsein an die Hand zu geben und den Mut zu entwickeln, ihre Probleme dauerhaft selbst 'anzupacken'. Hilfe zur Selbsthilfe ist uns wichtig, der Aufbau einer Tagesstruktur Betroffener ein Kernziel. Außerdem fördern wir das Gemeinschaftsgefühl und das Erleben sozialer Kompetenzen. Die Nachhaltigkeit entsteht zudem aus dem Näheverhältnis, sowie den bereits größtenteils lange bestehenden Vertrauensverhältnissen. Wir haben ein gänzlich neues Konzept entwickelt.

Während andere Angebote meist eingleisig sind, sind wir als 'Erste Anlaufstelle' in der Lage, durch ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter (Sozialarbeiter, Psychologen, Juristen, selbst Betroffene u.a.) eine interdisziplinäre, ganzheitliche und niedrigschwellige Unterstützung anzubieten. Sollten wir mal nicht weiterhelfen können, vermitteln wir an kompetente Kooperationspartner und begleiten unsere Klienten auf dem weiteren Weg.

Die Weiterentwicklung unseres Engagements läuft auf verschiedenen Ebenen. Fachlich ist geplant, ein stationäres Projekt 'Betreutes Wohnen' aufzubauen. So können auch von Obdachlosigkeit bedrohte oder obdachlose Menschen wieder lernen, ihre wesentlichen Grundbedürfnisse zu artikulieren und erste Schritte zur Befriedigung derselben selbst zu gehen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die einfühlsame, offene und ehrliche Benennung der Konflikte und Probleme - egal welcher Entstehungsebene. 

 

Rückkehr in die Krankenversicherung

In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht für alle. Wer kann wie in welche Versicherung zurückkehren und welche Tarife müssen Versicherungspflichtigen angeboten werden? Wir geben die wichtigsten Antworten im Überblick.

Es gibt immer noch Menschen in Deutschland, die keine Krankenversicherung haben. Und dies, obwohl längst eine Krankenversicherungspflicht für alle eingeführt wurde. Alle Menschen, die ohne Krankenversicherung sind, können und müssen sich versichern. Auch diejenigen, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren.

In der gesetzlichen Krankenversicherung besteht seit April 2007 Versicherungspflicht für Menschen, die keinen Krankenversicherungsschutz haben und der gesetzlichen Krankenversicherung zuzuordnen sind. Seit Januar 2009 gilt die Versicherungspflicht auch für Menschen, die der privaten Krankenversicherung zuzuordnen sind (zum Beispiel Selbständige). Die private Krankenversicherung muss die ambulante und stationäre Heilbehandlung umfassen, dabei darf die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung den Wert von 5.000 Euro nicht übersteigen. Als Alternative ist auch eine Versicherung im so genannten Basistarif möglich.

Gesetzlich oder privat?

Wer keine Krankenversicherung hat, kann sich nicht aussuchen, ob er sich bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichern lässt. Wer zuletzt gesetzlich krankenversichert war, wird wieder Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung. War man zuletzt privat krankenversichert, muss man wieder einen Vertrag bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen abschließen.

Wer bisher weder gesetzlich noch privat krankenversichert war, wird in dem System versichert, dem er aufgrund der ausgeübten Tätigkeit zuzuordnen ist. So werden etwa Selbständige, die nie krankenversichert waren, der privaten Krankenversicherung zugeordnet.

Private Krankenversicherung

Die privaten Krankenversicherungen müssen Personen, die bisher keinen Krankenversicherungsschutz hatten und sich nicht gesetzlich versichern können, den so genannten Basistarif anbieten. Ein Versicherungsunternehmen darf einen Antrag auf den Basistarif nur ablehnen, wenn der Antragsteller bereits bei diesem Unternehmen versichert war und die Gesellschaft den Vertrag wegen Drohung oder arglistiger Täuschung angefochten hat oder vom Versicherungsvertrag wegen einer vorsätzlichen Verletzung der Anzeigepflicht vor Vertragsschluss zurückgetreten ist. Sollte dies der Fall sein, besteht die Möglichkeit zur Absicherung bei einer anderen privaten Krankenversicherung.

Der Basistarif entspricht dem Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung und darf auch nur maximal so teuer sein, wie der Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung – also 2013 etwa 610 Euro. Hinzu kommt noch der Beitrag zur Pflegeversicherung. Risikoausschlüsse und -zuschläge wegen Vorerkrankungen dürfen im Basistarif nicht vorgenommen werden. Alter und Geschlecht der Versicherten dürfen hingegen bei der Beitragskalkulation berücksichtigt werden.

Ist das für einen Versicherten nachweislich zu teuer, wird der zu zahlende Beitrag halbiert. Und wer auch dafür nicht genug Geld hat, kann – wie in der gesetzlichen Krankenversicherung – einen Zuschuss vom zuständigen Grundsicherungsträger bekommen. Der Zuschuss muss die vollständigen Beiträge tragen, so dass kein Eigenanteil durch den Versicherten zu leisten ist. Dies hat das Bundessozialgericht 2011 in einem Grundsatzurteil entschieden (Az.: B 4 AS 108/10 R).

Aus dem Ausland zurück

Menschen, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren und keinen Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung haben, können sich ebenfalls unter den oben genannten Voraussetzungen bei ihrer Rückkehr entweder bei der gesetzlichen oder bei der privaten Krankenversicherung versichern.

Hier soll sich – insbesondere im Rentenalter – die Zuordnung nach der zuletzt im Ausland ausgeübten Berufstätigkeit richten. Arbeitnehmer sollen unabhängig von der Höhe des im Ausland erzielten Arbeitsentgeltes der gesetzlichen Krankenversicherung zugeordnet werden, um ein aufwendiges Verwaltungsverfahren zu vermeiden.

Keine Krankenversicherung trotz Versicherungspflicht?

Wer trotz Versicherungspflicht nicht krankenversichert ist, für den kann es teuer werden. Denn er schuldet der Krankenkasse oder Versicherung die seit Beginn der Versicherungspflicht nicht bezahlten Beiträge. Aufgrund einer neuen gesetzlichen Regelung werden jedoch Personen ohne Versicherung diese Schulden erlassen, wenn sie sich bis zum 31. Dezember 2013 bei einer Krankenkasse melden. Das gilt auch rückwirkend und unabhängig davon, ob sie der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung beitreten. Ab 2014 müssen rückständige Beiträge aber wieder nachgezahlt werden. Für gesetzlich Versicherte können die Kassen dann aber die Beiträge wegen Nichtversicherung angemessen ermäßigen. Privat Versicherten kann der Rückstand gestundet werden.

Wenn Beiträge nicht mehr gezahlt werden

Die Versicherungspflicht und auch der Grundgedanke, dass es keine Menschen mehr ohne Versicherungsschutz geben soll, führen dazu, dass Versicherte ihren Versicherungsschutz nicht mehr verlieren können, wenn sie ihre Beiträge nicht bezahlen. Eine Kündigung einer so genannten Pflichtversicherung ist nunmehr selbst bei der privaten Krankenversicherung ausgeschlossen. Lediglich im Fall von Straftaten (zum Beispiel Betrug) kann ein privates Versicherungsunternehmen kündigen; allerdings fallen die Betroffenen nicht aus dem System, da alle übrigen Privatversicherungen verpflichtet sind, ihnen Versicherungsschutz anzubieten (Urteile des Bundesgerichtshofs Az: IV ZR 50/11 und IV ZR 105/11). Werden die Beiträge nicht mehr bezahlt, ruhen die Leistungen. Der Versicherte erhält – egal ob gesetzlich oder privat versichert – nur noch unaufschiebbare Leistungen, beispielsweise bei akuten Erkrankungen oder Schmerzzuständen sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft.

Versicherte erhalten wieder den vollen Leistungsumfang, wenn sie die Schulden komplett zurückgezahlt haben oder auf Sozialhilfe angewiesen sind. Gesetzlich Versicherte können mit der Krankenkasse auch Ratenzahlung vereinbaren. Für privat Versicherte gibt es nach einem neuen Gesetz ab August 2013 – auch rückwirkend – einen günstigen Notlagentarif.

Sowohl gesetzlichen Krankenkassen als auch die privaten Krankenversicherungen können rückständige Beiträge einfordern und vollstrecken und Säumniszuschläge erheben. Der Zuschlag darf seit August 2013 nur noch ein Prozent der Beitragsschulden betragen und nicht mehr 5 Prozent. Das gilt auch rückwirkend und entlastet damit viele säumige Zahler.

 

Krankenversicherung von Wohnungslosen

 

Seit Einführung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) und der Grundsicherung für Arbeitssuchende 2005 sind auch wohnungslose Menschen als prinzipiell erwerbsfähige Arbeitslose über die Jobcenter pflichtversichert und anderen Krankenkassenmitgliedern gleichgestellt. Wie jeder

andere Versicherte auch, erhalten sie als Grundsicherungsempfänger eine Chipkarte und haben Anspruch auf alle medizinisch pflegerischen Leistungen ihrer frei gewählten Krankenkasse. Ihre Krankenkassenbeiträge entrichtet das Jobcenter. Krankenversichert sind wohnungslose Menschen immer dann, wenn Sie Arbeitslosengeld II beziehen. Entstehen Lücken, wenn wohnungslose Menschen nicht täglich Arbeitslosengeld beziehen, besteht ein so genannter nachgehender

Leistungsanspruch gegenüber ihrer Krankenkasse, wenn zwischen dem Ende des letzten Arbeitslosengeld-II-Bezuges und dem neuen Arbeitslosengeld-II-Bezug weniger als ein

Monat liegt. § 19 Abs. 2 SGB V Sollte diese Lücke größer als ein Monat sein und entstand diese Lücke nach dem 31.07.2013 wird der Krankenversicherungsschutz als freiwillige Krankenversicherung durch die gesetzliche Krankenkasse weitergeführt, es sei denn die Betroffenen erklären innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten

ihren Austritt.

 

Ein Austritt ist jedoch nur möglich, wenn eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall

nachgewiesen wird. Entstand diese Lücke vor dem 1.8.2013 ist Versicherungspflicht in der

Auffangpflichtversicherung gem. § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V gegeben. § 188 Abs. 4 SGB V; Gesetz zur

 

Beseitigung sozial Überforderung bei Beitragsschulden. Darüber hinaus haben per Gesetz ab dem

1.4.2007 alle ehemaligen gesetzlich Krankenversicherten und ab dem 1.7.2007 alle

ehemaligen privat Krankenversicherten wieder Zugang zu einer Krankenversicherung.